Familie Haser im Glück
27.09.2018 Hier & Heute

"Das war ein super Sommer für unsern Allgäuer Sennalpkäs'!"

Drei Generationen, ein Ziel: Für ihren mehrfach ausgezeichneten  Allgäuer Sennalpkäse legt sich die Familie Haser von der Alpe Oberhündle in Oberstaufen mächtig ins Zeug. Und es hat sich mal wieder richtig rentiert: "Das war ein super Sommer für unsern Sennalpkäs'!", bilanzieren Alt-Senn Anton  (79), sein Sohn Hansjörg (53) mit Ehefrau Brigitte (50), sowie Enkel Johannes (25). Was die würzigen "Goldstücke" der Hasers so besonders macht, liest Du hier.

Lange bevor die ersten Wanderer zum Hündlekopf aufbrechen, ist die Familie Haser auf ihrer Sennalpe bereits auf den Beinen. Mit 40 Milchkühen, acht Kälbern, zwölf Sauen und zwei Ziegen haben sie den Sommer in 1.100 Metern Höhe verbracht.

Nach dem Melken im Morgengrauen steht Hansjörg Haser ab sieben Uhr am großen Kupferkessel in der Käseküche. Er beginnt mit Rahmabschöpfen und freut sich auf mindestens zwei Laib würzigen Bergkäse, die in den kommenden Stunden entstehen.

"Die Arbeit ist schon hart. Aber sie macht einen auch stolz. Bei uns hilft die ganze Familie zusammen. Jeder hat seinen festen Part. Anders ginge es nicht", sagt Hansjörg Haser, der das Käsen von seinem Vater erlernt hat.

Das richtige Gespür spielt dabei eine Rollen. Und vor allem, dass "man sich einfach immer anstrengt", wie es Anton Haser ausdrückt. In diesem Alpsommer hat die umtriebige Familie in 130 Tagen stattliche 350 Laib Sennalpkäse produziert. Ein Kraftakt - in jeglicher Hinsicht. Im Schnitt wiegt ein Laib mindestens 20 Kilo! Da braucht man kein Hantel-Training mehr... 

Nach der Pressung und einem zweitägigen Salzbad reifen die schweren Laiber mindestens vier Monate im Alpkeller. "Heuer haben wir einen sehr guten Jahrgang", freut sich Hansjörg Haser. Das gelte neben dem Bergkäse auch für den Schnittkäse mit Bärlauch, Boxhornklee oder Chili.       

Der heiße Sommer bewirkte Gutes auf der Alpe Oberhündle mit herrlichem Blick auf den Immenstädter Alpsee. "Das konstante Wetter hat bei uns für eine gleichbleibend hohe Milchqualität gesorgt."

Da etwa die Hälfte der Weidefläche nordseitig liege, hätten die 40 Milchkühe selbst an Tagen mit Temperaturen über 30 Grad reichlich gutes Futter gefunden. Auch der frühere Aufstieg zur Alpe am 9. Mai habe sich gelohnt. Durch die wamen Temperaturen war bereits reichlich junges Gras vorhanden. "Alles in allem also ein super Alpsommer", freuen sich die Hasers.

Noch bis Allerheiligen (1. November) hat ihre Sennalpe geöffnet. Danach geht's für alle Hasers runter in den Bauernhof nach Buchenegg.

Obwohl viele Gäste heuer schon jungen Bergkäse bei ihm kauften, freut sich Hansjörg Haser jetzt schon auf den Sennalpkäs', wie er ihn am liebsten mag: mindestens ein halbes Jahr gereift und mit kräftigem Aroma. "Dann weiß man, dass sich alle Arbeit gelohnt hat."             

 Was ist eine Sennalpe?
680 Alpen gibt es im Allgäu. Darunter sind 42 Sennalpen. Sie haben also nicht nur Jungvieh auf den Bergwiesen sondern auch Kühe.
Der Begriff "Allgäuer Sennalpkäse" ist seit 2016 durch die EU-Kommission geschützt. Er darf nur auf behördlich anerkannten Sennalpen produziert werden. 
Die Milch stammt von Braunviehkühen, deren Futtergrundlage  im Sommer die Alpweide ist. Sie reift ohne chemische Zusätze oder Gentechnik naturbelassen als Rohmilch und wird nach traditionellen, handwerklichen Methoden auf der Alpe verarbeitet. Die Käse reifen im Erzeugungsgebiet oberhalb 800 m und die Laibe werden von Hand gepflegt.  Er ist ein echtes Bergerzeugnis aus dem Allgäu und reift mindestens drei Monate, bei schwereren Laiben über vier Monate.
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