Würmer, Heuschrecken & Co.
18.11.2019 Land & Leute

Das Essen der Zukunft? Warum diese 33-Jährige ein Insekten-Kochstudio eröffnet hat

Mehlwurm-Burger, schokoladige Grillen-Brownies und knusprige Teriyaki-Heuschrecken... Wenn Dir jetzt das Wasser im Mund zusammenläuft, dann wäre vielleicht ein Ausflug ins benachbarte Vorarlberg was für Dich. Dort hat Anja Sieghartsleitner (33) kürzlich ein Kochstudio eröffnet, in dem sich alles um Würmer und Insekten dreht. Yummy! Alles über das außergewöhnliche Start-up...

"Es ist gerade die richtige Zeit für etwas Verrücktes", sagt die 33-Jährige über ihr Studio in Sulz (Vorarlberg), das sie im Rahmen ihres Start-ups "Luculla culinaria" eröffnet hat. Sie bietet Kochkurse, Probierrunden und Insektenhäppchen an, die beispielsweise bei Geburtstagen oder Firmenfeiern gereicht werden können.

Für Sieghartsleitner ist klar: Würmer und Insekten sind das Essen der Zukunft. „Sie sind lecker und nachhaltig, so werden Ressourcen geschont“, sagt sie. Insekten enthielten viele hochwertige Proteine, gesunde Fette, Vitamine und Mineralien. In zahlreichen Ländern gehörten sie zum täglichen Speiseplan, in Europa habe sich das noch nicht durchgesetzt. „Viele haben Berührungsängste, aber das ist totale Kopfsache“, sagt die Vorarlbergerin.

Sie hat in Schottland „Food and Drink Innovation“ studiert und sich dem Thema Essen aus Würmer und Insekten in ihrer Masterarbeit gewidmet. „Es hat mich überrascht, wie viele Menschen offen dafür sind“, sagt Sieghartsleitner. An der Finanzierung des Kochstudios hätten sich zahlreiche Unterstützer beteiligt. Sie bezeichnet sich als Botschafterin für Insektenkulinarik.

Mittlerweile kocht die junge Frau also nicht mehr nur für sich, sondern zeigt anderen Interessierten, für welche Rezepte sich die Tiere am besten eignen. Den meisten falle es leichter, sich auf das neue Essen einzulassen, wenn die Produkte verarbeitet und die Würmer und Insekten nicht mehr als solche zu erkennen seien. „Andere wollen das ganze Objekt probieren, Heuschrecken in Teriyaki-Marinade kommen zum Beispiel sehr gut an.“

Sieghartsleitner legt Wert darauf, dass die Zutaten für ihre Gerichte regional und saisonal sind. Die Heuschrecken beispielsweise stammen aus einer Zucht in Vorarlberg. Ihre Würmer bezieht die Köchin von einer Wurmfarm im Kärntner Lavantal.

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