Zum Kinderkrebstag
14.02.2020 Kind & Kegel

Danke, dass es Euch seit 20 Jahren gibt! So hilft der Bunte Kreis Allgäu schwerkranken Kindern

Am Samstag (15. Februar) ist internationaler Kinderkrebstag. Auch im Allgäu gibt es etliche betroffene Familien, die sich gemeinsam tapfer gegen die Krankheit stemmen. Zum Glück gibt es Organisationen wie den "Bunten Kreis Allgäu", die sie nicht alleine lassen. Wir haben mit Isolde Gröber, Sozialpädagogin beim Bunten Kreis in Kempten und Memmingen, über die wichtige Arbeit gesprochen.

Frau Gröber, können Sie uns die Arbeit des "Bunten Kreis" im Allgäu kurz vorstellen?

Isolde Gröber: Wir sind eine gemeinnützige Organisation, die seit 20 Jahren Familien in der Region unterstützt, deren Kinder schwer, chronisch oder lebensbegrenzend erkrankt oder extrem früh zur Welt gekommen sind. Wir unterstützen vor allem auf dem Weg nach einem Klinikaufenthalt nach Hause, wollen dort Brücken bauen und Ansprechpartner sein. Derzeit betreuen wir rund 80 Kinder im Allgäu, 20 davon palliativ.

Wie groß ist Ihr Team dafür?

Gröber: Wir arbeiten mit einem interdisziplinären Team aus Sozialpädagogen, Kinderkrankenschwestern, Ärzten, Psychologen, Ernährungsberatern und Seelsorgern. Denn wir haben nicht nur das erkrankte Kind im Fokus, sondern wollen uns um die ganze Familie kümmern - Ansprechpartner und Ratgeber sein. In Kempten umfasst unser Team derzeit rund 15 Mitarbeiterinnen, in Memmingen sind es an die neun.

Im Überblick: Der Bunte Kreis Allgäu
>> Verein:
Seit 20 Jahren gibt es den Bunten Kreis Allgäu. Er ging aus einer Zusammenarbeit des Bunten Kreises Augsburg, der 1994 gegründet worden war, und der evangelischen Sozialstation der Diakonie in Kempten hervor. 
>> Ziel: Der Verein bietet Allgäuer Familien mit Kindern, die an schweren oder chronischen Krankheiten leiden oder extrem früh zur Welt gekommen sind, Hilfe an. Die Leistungen sind für die Eltern kostenlos. Sie werden über die Krankenkassen und Spenden finanziert.
>> Team: Zu den Mitarbeitern gehören Sozialpädagogen, Diätassistenten, Psychologen und Kinderkrankenschwestern.

Welche betroffenen Familien können Kontakt zu Ihnen aufnehmen - und wie?

Gröber: Wir betreuen hauptsächlich Familien mit Frühgeborenen, Kinder mit Herzerkrankungen, Mukoviszidose, genetischen Defekten, aber auch Kinder mit Diabetes und chronischen Erkrankungen. Die Kontaktdaten gibt es auf unserer Internetseite. Wichtig: Wir nehmen auch von selbst Kontakt zu Familien auf, die uns vermittelt werden - beispielsweise durch Ärzte oder Krankenschwestern in der Klinik.

Was sind die dringendsten Fragen, bei denen Sie Familien mit einem kranken Kind zuhause unterstützen können?

Gröber: Je nach Bedarfsfall ist das sehr unterschiedlich. Unsere Kinderkrankenschwestern leiten die Eltern konkret bei Fragen zur Pflege und Therapie des Kindes zu Hause an. Es geht aber oft auch um die Vernetzung vor Ort: Wo gibt es Spezialisten, wer könnte Ansprechpartner sein? Wir helfen bei Terminvereinbarungen, unterstützen aber auch psychologisch, in dem wir Gespräche für Eltern oder Geschwister der Betroffenen anbieten. Oder unsere Diätassistentin gibt Tipps zur richtigen Ernährung. Unser Ziel ist es, in rund drei Monaten ein Netz für die Familien aufzubauen, das sie dann trägt - damit sie selbst im Alltag zurechtkommen.

Wie wird das finanziert?

Gröber: Im Rahmen der sozialmedizinischen Nachsorge können wir die Familien drei Monate begleiten - im Einzelfall auch mal länger. Unsere Hilfeleistungen werden aber nur zu einem Drittel kassenfinanziert. Wenn wir merken, dass sich Kind und Familie bis dahin noch nicht so stabilisiert haben, wie es nötig ist, unterstützen wir weiter. Deshalb sind wir auch stark auf Spenden angewiesen, damit unsere Mitarbeiterinnen weiter beraten und begleiten können und den Familien so helfen, mit ihrer neuen Situation zurechtzukommen.

Und in besonders schweren Fällen - etwa bei einem unheilbar an Krebs erkranktem Kind - begleiten sie auch?

Gröber: Ja. Neben der sozialmedizinischen Nachsorge gehört auch Palliativversorgung zu unseren Aufgaben. Wobei "palliativ" in diesem Fall nicht bedeutet, dass der Tod kurz bevorsteht, sondern dass die Kinder eine lebensbegrenzende Erkrankung haben. Treten Notfälle ein oder hat das Kind zuhause starke Schmerzen, können Eltern oder Pflegekräfte sich auch an unsere 24-Stunden-Rufbereitschaft wenden. In Schwaben betrifft dies pro Quartal rund 30 bis 40 Patienten - hierfür sind wir auch sehr auf Spenden angewiesen.

Spenden:
Für seine Arbeit ist der "Bunte Kreis Allgäu" auf Spenden angewiesen. Ab 25 Euro Jahresbeitrag ist eine Fördermitgliedschaft möglich. Das Spendenkonto:

BUNTER KREIS Allgäu e.V
Sparkasse Allgäu
Kontonummer: 22 12
Bankleitzahl:   733 500 00
IBAN:              DE49 7335 0000 0000 0022 12
SWIFT-BIC:     BYLADEM1ALG

Spender ab 10 Euro erhalten automatisch eine Spendenbescheinigung, wenn sie Ihre Adresse übermitteln. Weitere Informationen gibt es hier.
Weitere Artikel