Obst, Gemüse und mehr
17.04.2019 Land & Leute

Da rappelt's in der (Öko)kiste: Allgäuer Ehepaar bietet Bio-Lebensmittel per Mausklick

Tischlein, klick Dich! Angelika Kienle (60) und ihr Mann Josef (61) aus Hawangen im Unterallgäu haben den neuen Lieferservice "Ökokiste Allgäu" ins Leben gerufen. Dort kann man Obst, Gemüse, Eier, Milch und vieles mehr in Bio-Qualität per Mausklick bestellen. Wir haben nachgefragt, was in der Ökokiste steckt...

Frau Kienle, was haben Sie denn gegen einen herkömmlichen Wochenmarktbummel, bei dem ich meine Einkäufe erledige?

Angelika Kienle: Überhaupt nichts! Mein Mann und ich hatten früher selbst viele Jahre unseren Gemüsestand auf den Wochenmärkten in der Region. Leider haben heutzutage immer weniger Menschen Zeit, um bewusst einkaufen zu gehen. Unser Angebot richtet sich vor allem an Berufstätige, junge Familien, aber auch Ältere, die sich trotz Alltagsstress noch Gedanken um Ernährung machen. Wer Wert auf regionale, hochwertige und biozertifizierte Lebensmittel legt, ist bei der Ökokiste Allgäu richtig.

Wie entstand die Idee, einen Online-Wochenmarkt ins Leben zu rufen, der den Kunden die Ware nach Hause liefert?

Kienle: Bei mir zuhause produziere ich seit Jahren frische Sprossen, Keimlinge und Weizengras für den Einzel- und Großhandel sowie für Bäckereien. Mein Gedanke war: Wenn ich mir schon die Mühe mache, die Sachen anzuzüchten, sollten sie auch so frisch wie möglich zum Verbraucher kommen. Beim Großhandel vergeht zwangsläufig immer etwas Zeit, bis das Produkt beim Kunden ankommt. Auf der Suche nach neuen Vertriebswegen sind wir schließlich beim Ökokisten-Verband gelandet.

Wie sorgen Sie dafür, dass der Kunde sein Gemüse und Obst wirklich so frisch wie vom Wochenmarkt bekommt?

Kienle: Unsere rund 500 verschiedenen Produkte haben gemeinsam: Sie sind 100 Prozent Bio, keine konventionelle Ware und keine Flugware. Wir haben ein enges Netz mit regionalen Bio-Landwirten und Veredlern für die gemeinsame Direktvermarktung aufgebaut. Auf unserer Homepage kann man mit wenigen Klicks nachvollziehen, woher jedes einzelne Lebensmittel stammt. Milchprodukte etwa vom Milchhof Lerf in Dennenberg bei Ottobeuren, Eier von Biovum in Salgen, Gemüse in Demeter-Qualität vom Biohof Grasser in Aitrang, Kartoffeln vom Maxenbauer Biohof bei Aitrach...

Online kann der Kunde also wählen, was er haben möchte. Wie gelangt die fertig zusammengestellte Kiste dann zu ihm nach Hause?

Kienle: Durch ein intelligentes Bestell- und Liefersystem nach ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten. Für Kunden rund um Kempten ist es derzeit so: Sie müssen bei uns bis Mittwoch, 8 Uhr, ihren Einkauf aufgeben. Dann erst bestellen wir bei unseren Partnerbetrieben und fahren die fertigen Kisten am Freitag aus. Man muss dann auch gar nicht zuhause sein - wir stellen die Mehrwegkiste mit Kühlakkus vor die Türe und alles bleibt bis abends frisch.

Und wie sorgen Sie für Nachhaltigkeit? Lieferdienste stehen nicht zuletzt wegen der vielen Transportwege und Fahrten auch in der Kritik...

Kienle: Unsere Touren werden per Computersystem so geplant, dass Leerfahrten und zusätzliche Wege minimiert werden. Umgekehrt fahren die Verbraucher ja auch meist mit dem Auto zum Einkaufen. Und wenn sie bewusst einkaufen wollen, reicht es oft leider nicht mehr aus, nur in ein Geschäft zu fahren - so entstehen weitere Fahrten. Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt mich sehr, deshalb spielt es bei uns in allen Bereichen eine Rolle...

In welchen noch?

Kienle: Die Ökokiste fördert konsequent ökologischen Landbau. Außerdem verzichten wir bei unserem Obst und Gemüse natürlich auf jegliche überflüssige Verpackung. Und: Wer bei uns bestellt, geht im Gegensatz zu den meisten anderen Modellen kein Abo ein. Es besteht keine Verpflichtung, jede Woche oder jeden Monat eine Kiste von uns zu beziehen. So wollen wir dafür sorgen, dass der Kunde nur das bekommt, was er wirklich braucht und nichts wegwerfen muss. Lebensmittelverschwendung geht nämlich gar nicht!

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