Zweite Auflage ein Erfolg
29.07.2019 Sehen & Hören

Blues, Techno, Blumenkinder: So lief das Klangwald-Festival

Es war einiges geboten bei der zweiten Auflage des Open Air Festivals  Klangwald in Marktoberdorf.  Hält das Wetter oder hält es nicht? Das war die bange Frage. Es hielt  -  ganz in Gegensatz zu  umliegenden Orten blieb das Areal am Ettwieser Weiher von  Regen verschont.  Aber wohl aufgrund dieser Wetterlage  zählten die Veranstalter heuer etwas weniger Gäste als im Vorjahr. Die Besucher, die gekommen waren, erlebten eine coole Party mit Musik, Kunst, Natur und  etlichen gezielt nachhaltigen Angeboten.

Es dämmert. Ein kühler Windhauch streift durch die Bäume. Vereinzelte Blätter wirbeln in der Luft. Sie leuchten im roten Licht der Bühnenstrahler. Aus sechs Boxen am Ettwieser Weiher dringen schnelle, laute Beats. Die ovalen Blätter gleiten langsam zu Boden, bleiben auf dem Kies liegen. Wenige Schritte entfernt dreht DJ Pha Cid an einem Regler, passt die Geschwindigkeit des Liedes „Diva“ von Gary Beck an. Etwa 600 Besucher strömen an diesem Tag zum zweiten Klangwald-Open-Air in Marktoberdorf und viele von ihnen tanzen in die Nacht. 

Klangwald: Openair am Ettwieser Weiher

Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele
Bis in die Nacht tanzten und feierten viele der 600 Besucher auf dem zweite Klangwald-Open-Air am Ettwieser Weiher in Marktoberdorf. Birgit Schindele

Geöffnet hat das Open-Air bereits am Mittag. Es ist noch hell, als Robin, (11) und Luk (9) an einem Biertisch werkeln. In zwei kleinen Döschen vor den Brüdern glänzt weicher gelber Lippenbalsam. Er muss noch aushärten. „Wir haben Bienenwachs und Kakaobutter erhitzt“, sagt Robin. Und dann ganz vorsichtig umgegossen. Am Stand der Fridays-for-Future-Aktivisten zeigt Moritz Köhler, wie schnell und einfach Pflegeprodukte selbst gemacht sind. Luk hebt ein Schraubglas hoch. In ihm glitzert rotes Badesalz. Auch das haben die beiden Buben selbst gemischt– mit Seifenfarbe und Totem-Meer-Salz.

Dieser Stand ist ihre letzte Station. Zuvor sind die beiden schon mit ihrem Papa in den See gesprungen, haben sich an den Seilen zwischen den Bäumen im Kletterwald entlang gehangelt, haben Crêpes gegessen und Nektarinen am Obst- und Gemüsestand gekauft. Am besten gefällt Luk heute die Musik, die über das Gelände schallt. Er dreht das Glas in seiner Hand. Er will es seiner Mutter schenken. Wenige Schritte entfernt streckt sich ein Mann um die 40 in einem grünen Liegestuhl. „Blöd, dass die Bands nur am Nachmittag spielen“, sagt der Marktoberdorfer. DJs sagen ihm nicht ganz so zu. Das Ambiente hingegen schon. Auf Bierbänken sitzen Gäste, stoßen kühle Flaschen aneinander, stechen Gabeln in knackige Salate mit Kapuzinerkresse, Ei und Gurke. In silberfarbenen Töpfen köcheln etwa 50 Liter Chili con Carne vom Allgäuer Heurind.

Unter einem Pavillon steht eine Fotobox bereit. Luisa, 23, greift zu einer dicken Hornbrille, an der eine blassrosa Plastiknase hängt. Simon klemmt sich einen Plüschflamingo zwischen die Beine und hebt seine Krücke hoch – es blitzt. Die Freunde lachen. Vor kurzem noch spielten die beiden mit der Band „Friends of Pablo“ auf der Bühne. Simon saß am Schlagzeug – trotz Außenbandrisses. Die Bassdrum spielte er einfach mit dem linken Fuß. „Das war gar nicht so schwer“, sagt er.

Die Sonne brennt. Am Mischpult zwischen den Bäumen ist es schattig. DJ Heizer wippt zum Takt und schaut auf die Traverse vor ihm. Zwischen den metallenen Trägern spannen gelbe Dreiecke aus Stoff. Die Tanzfläche füllt sich. Dort steht auch Luis Jauchmann. Er wiegt sich im Takt. Nebenbei bewegt er seine Finger auf und ab, dreht seine Hand vor und zurück. Er spielt mit einem Devil Stick, einem etwa 200 Gramm schwere Stab aus hartem Gummi. „Das ist eine coole Party“, sagt er und schaut auf. Seine Bewegung verschwimmt mit der Musik.

Nach und nach trudeln immer mehr Besucher auf das Gelände, schmücken sich mit Glitzersteinen und Blumenkränzen. Im vergangenen Jahr kamen etwas mehr, sagt Veranstalter Stefan Gebhardt am nächsten Tag. „Wegen dem Wetter“, schätzt er. In Kempten, Kaufbeuren und Füssen habe es tagsüber geregnet. „Nur bei uns nicht.“ Er ist zufrieden: „Eine mega Stimmung und keine Zwischenfälle.“ Deswegen plant er schon das nächste Festival, am 26. Juli 2020.

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