Allgäuerin im Interview
26.11.2018 Sehen & Hören

Aus für die "Lindenstraße:" Das sagt die frühere Serien-Darstellerin Birgitta Weizenegger

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Das Aus für die "Lindenstraße" beschäftigt viele Fans der am längsten laufenden Serie im deutschen Fernsehen. In einer Online-Petition sammeln sie Unterschriften gegen das geplante Ende im März 2020. Doch wie denkt eigentlich eine frühere Darstellerin darüber? Birgitta Weizenegger (48) aus Oberstaufen spielte elf Jahre lang "Ines Kling". Im allgaeu.life-Interview spricht sie über Mutter Beimer, ihren eigenen Abgang aus der Serie und ihr heutiges Leben als Filmemacherin und Fotografin.

34 Jahre lang lief die "Lindenstraße" in der ARD. Können Sie sich das deutsche Fernsehen ohne die Serie vorstellen? 

Birgitta Weizenegger:  Ja. Seit meinem Ausstieg 2010 habe ich die Lindenstraße kaum noch geguckt.  Ich bin auch ohne die Serie glücklich, wenngleich ich ihr sehr viel zu verdanken habe. Natürlich tut es mir jetzt für alle Darsteller leid: Für sie hätte ich mir gewünscht, dass die Lindenstraße endlos weitergeht... 

Dagegen spricht die Quote. Nur noch gut zwei Millionen haben im Schnitt eingeschaltet. Das geringe Zuschauerinteresse und die hohen Produktionskosten werden als Grund für das Aus genannt. Treue Fans bedauern das. Wie stehen Sie dazu?   

Birgitta Weizenegger: Ich bin der Meinung, dass man das Mutterschiff aller deutschen Serien mit Respekt und Haltung in den Hafen bringen sollte. Das ist konsequent und das hat die Lindenstraße verdient.  

Wie hat Sie Ihre Zeit als Lindenstraßen-Darstellerin geprägt? Von 1999 bis 2010 spielten Sie Ines Krämer, die später den skandalumwitterten Olaf Kling heiratet...  

Birgitta Weizenegger: Ich habe durch die Lindenstraße sehr viel gelernt. Ich war nicht nur als Schauspielerin im Einsatz, sondern habe auch die Charity-Abteilung koordiniert. Eine tolle Aufgabe mit vielen Facetten.  Ich habe auch gelernt zu produzieren. Bei meinen ersten Kurzfilmen haben mich  Kollegen aus der Lindenstraße super unterstützt - und zwar in ihrer Freizeit. Zu einigen von ihnen habe ich heute noch Kontakt. Sehr guten zum Beispiel zu Cosima Viola, die in der Lindenstraße die Jack spielt. Auch Liz Baffoe, die früher die Mary Sarikakis spielte und ich, schätzen uns sehr. 

Birgitta Weizenegger wurde am 27. Juli 1970 in Oberstaufen geboren. Zu ihrer Allgäuer Heimat hat sie einen innigen Bezug. Zum Fest des 1150-jährigen Bestehens von Oberstaufen drehte sie den vielbeachteten Film "D'Staufner verzähled". Über 1000 Besucher verfolgten die Ur-Aufführung im August dieses Jahres. Vom 1. Dezember bis 6. Januar eröffnet sie mit weiteren kreativen Köpfen ein vorübergehendes "Lädle" im Hotel Löwen, Kirchplatz 8, in Oberstaufen.  

Wie ist "Mutter Beimer" privat?   

Birgitta Weizenegger: Super. Marie-Luise Marjan ist im echten Leben lustig, hilfsbereit und hat immer ein offenes Ohr für alle. Sie ist auch am Set die 'Mutter der Kompanie'.  

Ihr letzter Auftritt liegt acht Jahre zurück. Den Serientod sind Sie aber nie gestorben. Was macht Ines Kling heute? 

Birgittta Weizenegger: Sie lebt glücklich in Italien. Nach einer misslungenen Urlaubs-Romanze ist sie dort geblieben. Der damalige Produzent Hans W. Geißendörfer und ich waren uns seinerzeit einig, dass die Figur auserzählt ist. 

Und was machen Sie heute im "echten Leben"?

Birgitta Weizenegger: Ich arbeite als Regisseurin und Fotografin. Nach mehreren Jahren in Berlin, bin ich 2017 in meine Allgäuer Heimat zurückgekehrt. Die hatte ich einfach zu sehr vermisst. Momentan freue ich mich sehr auf ein neues Projekt in meinem Geburtsort Oberstaufen: Mit weiteren kreativen Köpfen, wie Modemacherin Anna Fassnacht, öffnen wir vom 1. Dezember bis 6. Januar  unter dem Motto "Kunst - Handwerk - Feines" Oberstaufens ersten "Pop-up Store" im Hotel Löwen. Vom 1. bis 24. Dezember wird dabei jeden Tag ein Türchen meines filmischen Kalenders aufgehen.  Dann sind Kurzfilme von  Persönlichkeiten zu sehen, die unserer Heimatgemeinde ein wunderschönes Denkmal gesetzt haben. Außerdem geben die "Kerber Brothers Tradition meets Jazz" drei Konzerte im "Lädle".

 

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