Ab Donnerstag wieder warm
21.08.2019 Wissen & Quizzen

Allgäu-Wetter: Rate mal, wie der Sommer 2019 im Vergleich zu den Jahren zuvor abschnitt

Reden wir übers Wetter, Obwohl: Inzwischen kann man ja nicht mehr über Hitze und Kälte sprechen, ohne dass das Wort Klimawandel fällt. Und das mit gutem Grund, sagt Chefmeteorologe Joachim Schug in der Allgäuer Zeitung. Denn auch unser Sommer 2019 war wieder zu warm und zu trocken. Und sogar der erste Trend für Herbst und Winter prophezeit: Wahrscheinlich wieder zu mild! Die Aussichten fürs Allgäu...

Eigentlich war es zu erwarten, angesichts des Klimawandels: Obwohl der diesjährige meteorologische Sommer (Anfang Juni bis Ende August) – subjektiv gefühlt – eher durchwachsen war und es oft Schauer und Gewitter gab, war es der viertwärmste Sommer im Allgäu seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dokumentiert wird der Wetterverlauf in den bayerischen Voralpen am Hohen Peißenberg bereits seit genau 238 Jahren. Dort steht die älteste Bergwetterstation der Welt mit einer fast lückenlosen Beobachtungsreihe seit 1781.

„Nur 2003, 2015 und 2018 waren noch wärmer als der diesjährige Sommer“, sagt Chefmeteorologe Joachim Schug von Meteomedia in der Ostschweiz mit Blick auf die Statistik. Er findet das ausgesprochen bemerkenswert. „Es ist kein Zufall, dass wir die vier wärmsten Sommer in den vergangenen Jahren hatten.“ Das sei ein klarer Hinweis auf den Klimawandel. Dazu passt auch, dass in den vergangenen Jahren fast jeder Monat wärmer als im langjährigen klimatologischen Mittel war.

Es ist kein Zufall, dass wir die vier wärmsten Sommer in den vergangenen Jahren hatten.
Meteorologe Joachim Schug

Dabei wird als Vergleichszeitraum (Referenzwert) jeweils der Durchschnitt der Periode von 1961 bis 1990 oder von 1981 bis 2010 herangezogen – also ein 30-Jahre-Zeitraum.

„Während unsere Eltern oder Großeltern vielleicht ihr ganzes Leben lang keinen extrem heißen Sommer erlebt hatten, haben wir allein in den vergangenen 16 Jahren vier gehabt“, gibt Schug zu bedenken. Der diesjährige Sommer war im Allgäu zwei bis 2,5 Grad wärmer als üblich. Der meteorologische Sommer endet übernächsten Sonntag.

Angenehmer Spätsommer

Angenehm warm, aber nicht mehr extrem heiß, soll es im Allgäu an den kommenden Tagen werden. Über den Bergen könne es am Wochenende nachmittags und abends zu Gewittern kommen – besonders am Sonntag. Auch nächste Woche soll es sommerlich sein – gutes Berg- und Badewetter also. Allerdings wird in der zweiten Wochenhälfte vermutlich die Gewitterneigung zunehmen.

Die Wassertemperaturen der meisten Seen in der Region sind auf unter 20 Grad zurückgegangen. Der Bodensee war gestern noch 20 Grad warm. Es wird erwartet, dass die Wassertemperaturen bis zum Wochenende nochmals auf badetaugliche Werte steigen.

Dem Wald haben Abkühlung und Regen gutgetan. „Die Entwicklung des Borkenkäfers verzögert sich dadurch“, sagt Schutzwaldmanager Klaus Dinser. Im Vergleich zu anderen Regionen Bayerns sei der Zustand der Fichten im Allgäu noch gut, die Gefahr durch den Borkenkäfer aber nicht gebannt. Das größte Problem: Der Schädling hat inzwischen auch geschwächte, stehende Bäume befallen. An der Rotfärbung der Fichten ist das gut zu erkennen, außerdem verlieren die Bäume viele Nadeln. „Wir hoffen, dass heuer keine dritte Borkenkäfer-Generation ausschwärmt“, sagt Dinser.

Wassermangel gibt es heuer – anders als im Sommer 2018 – im Allgäu nicht. Die meisten Gewässerpegel sind im Normalbereich. Immer noch tief seien dagegen einige Grundwasserstände, vor allem in Teilen des Unterallgäus, sagt David Kempter vom Wasserwirtschaftsamt in Kempten.

Und wie sind die langfristigen Wetteraussichten? „Erste Trends deuten wieder einen zu warmen Herbst und Winter an“, antwortet Schug. Er rechnet vor allem mit einem goldenen Oktober.

Weitere Artikel