Neuerungen geplant
08.01.2020 Sport & Action

Allgäuerin Katharina Althaus & Co.: Springen bald Frauen bei der Vierschanzentournee mit?

Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf: Der Vierschanzentournee stehen in den kommenden Jahren große Neuerungen bevor. Die spannendste Idee: Außer den Männern sollen künftig auch die Frauen zwischen den Jahren von den Schanzen von Oberstdorf bis Bischofshofen springen. Katharina Althaus aus Oberstdorf und ihre Kolleginnen stehen bereit, nun müssen auch die TV-Sender mitmachen. Worauf es ankommen wird...

Es war sicher eine der spannendsten Vierschanzentourneen in den letzten Jahren (sieh hier unseren Kommentar). Auch Walter Hofer, der am Ende der Saison als Renndirektor beim Internationalen Skiverband aufhört, jubilierte nach dem Finalspringen in Bischofshofen nicht nur innerlich und sprach von einem „wahnsinnig hochklassigen Wettkampf“. Wenn stabile Wetter- und Windbedingungen herrschen, so Hofer, würden die Athleten ganz allein für die Dramaturgie sorgen. Eine Dramaturgie, die auch bei der 68. Auflage der Vierschanzentournee ein Millionenpublikum vor die Bildschirme und insgesamt 116.000 Fans in die vier Stadien lockte.

Doch ungetrübt ist die Bilanz dennoch nicht. Den Veranstaltern passierten einige wenige Organisationspannen, es gab heftige Kritik an zu niedrigen Preisgeldern und am Einfluss des Fernsehens, das den Wettbewerb in Bischofshofen so weit nach hinten verschoben hat, dass 10.000 Plätze im Stadion frei blieben. Das lag zum einen zwar auch daran, dass dem österreichischen Team derzeit ein absoluter Topspringer fehlt, aber eben auch daran, dass am Vorabend eines Werktages skisprungverrückte Eltern mit ihren Kindern lieber vor der Glotze sitzen als im Freien zu frieren und spätnachts heimzukommen.

Und als sei die Abhängigkeit vom Fernsehen nicht schon groß genug, überlassen die Organisatoren nun eine weitere bahnbrechende Entscheidung dem Fernsehen. Und zwar, ob die Tournee weiterhin eine reine Männerveranstaltung bleibt – oder ob der Ruf der Skispringerinnen erhört wird, zwischen den Jahren ebenfalls von den großen Schanzen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen springen zu dürfen.

Fehlende Umkleiden, logistische Herausforderungen

Während Tournee-Präsident Johann Pichler bei einer Medienrunde zwar betonte, „dass er und der ÖSV generell positiv eingestellt sind zu dem Ganzen“, sieht er die größten Probleme bei der Logistik („Uns fehlt es an Übernachtungskapazitäten und Umkleidecontainern“) und bei den engen Zeitplänen (Garmisch und Innsbruck haben kein Flutlicht).

Tournee: Bischofshofen

Spannend bis zum Schluss war das Abschlussspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen (Österreich). Unser Fotograf Ralf Lienert hat Karl Geiger in den Fokus genommen. Ralf Lienert
Spannend bis zum Schluss war das Abschlussspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen (Österreich). Unser Fotograf Ralf Lienert hat Karl Geiger in den Fokus genommen. Ralf Lienert
Spannend bis zum Schluss war das Abschlussspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen (Österreich). Unser Fotograf Ralf Lienert hat Karl Geiger in den Fokus genommen. Ralf Lienert
Spannend bis zum Schluss war das Abschlussspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen (Österreich). Unser Fotograf Ralf Lienert hat Karl Geiger in den Fokus genommen. Ralf Lienert
Spannend bis zum Schluss war das Abschlussspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen (Österreich). Unser Fotograf Ralf Lienert hat Karl Geiger in den Fokus genommen. Ralf Lienert
Spannend bis zum Schluss war das Abschlussspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen (Österreich). Unser Fotograf Ralf Lienert hat Karl Geiger in den Fokus genommen. Ralf Lienert
Spannend bis zum Schluss war das Abschlussspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen (Österreich). Unser Fotograf Ralf Lienert hat Karl Geiger in den Fokus genommen. Ralf Lienert
Spannend bis zum Schluss war das Abschlussspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen (Österreich). Unser Fotograf Ralf Lienert hat Karl Geiger in den Fokus genommen. Ralf Lienert
Spannend bis zum Schluss war das Abschlussspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen (Österreich). Unser Fotograf Ralf Lienert hat Karl Geiger in den Fokus genommen. Ralf Lienert
Spannend bis zum Schluss war das Abschlussspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen (Österreich). Unser Fotograf Ralf Lienert hat Karl Geiger in den Fokus genommen. Ralf Lienert
Spannend bis zum Schluss war das Abschlussspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen (Österreich). Unser Fotograf Ralf Lienert hat Karl Geiger in den Fokus genommen. Ralf Lienert
Spannend bis zum Schluss war das Abschlussspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen (Österreich). Unser Fotograf Ralf Lienert hat Karl Geiger in den Fokus genommen. Ralf Lienert
Spannend bis zum Schluss war das Abschlussspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen (Österreich). Unser Fotograf Ralf Lienert hat Karl Geiger in den Fokus genommen. Ralf Lienert
Spannend bis zum Schluss war das Abschlussspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen (Österreich). Unser Fotograf Ralf Lienert hat Karl Geiger in den Fokus genommen. Ralf Lienert
Spannend bis zum Schluss war das Abschlussspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen (Österreich). Unser Fotograf Ralf Lienert hat Karl Geiger in den Fokus genommen. Ralf Lienert
Spannend bis zum Schluss war das Abschlussspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen (Österreich). Unser Fotograf Ralf Lienert hat Karl Geiger in den Fokus genommen. Ralf Lienert
Spannend bis zum Schluss war das Abschlussspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen (Österreich). Unser Fotograf Ralf Lienert hat Karl Geiger in den Fokus genommen. Ralf Lienert
Spannend bis zum Schluss war das Abschlussspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen (Österreich). Unser Fotograf Ralf Lienert hat Karl Geiger in den Fokus genommen. Ralf Lienert
Spannend bis zum Schluss war das Abschlussspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen (Österreich). Unser Fotograf Ralf Lienert hat Karl Geiger in den Fokus genommen. Ralf Lienert

Mit dem deutschen Bundestrainer Andreas Bauer habe Pichler bereits gesprochen. Der Oberstdorfer habe signalisiert, Quartiere auch im Raum Salzburg zu akzeptieren. Horst Hüttel, sportlicher Leiter des Deutschen Skiverbandes, sprach von einem Schriftstück aller vier Organisationskomitees, die Frauen so schnell wie möglich integrieren zu wollen. Die weltbesten Springerinnen um Katharina Althaus hätten in den letzten Monaten immer wieder für mehr Aufmerksamkeit gekämpft, eine Vierschanzentournee für Frauen sei nur noch eine Frage der Zeit. „Die sind laut genug, also unsere zumindest“, sagte Hüttel, der auch Skisprung-Teammanager beim DSV ist.

TV muss Frauenspringen zeigen

Der Schlüsselpunkt werde das Fernsehen sein. Nur wenn die Sender bereit seien, die Frauen auch zu übertragen, würde das ganze Sinn machen. Angedacht sei, die Frauenspringen vor oder nach der Männer-Qualifikation anzudocken. Hüttel bestätigte, dass ganz am Ende der Internationale Skiverband sein Okay geben müsse, unterstrich aber: „Der deutsche und der österreichische Verband sind da schon die Vorreiter.“ Als Zeitraum nannte er die nächsten zwei, drei Jahre.

Pichler bestätigte, dass bei einer Tournee-Nachlese am 15. April nicht nur über die Aufnahme der Frauen, sondern auch über mögliche höhere Preisgelder bei der Tournee verhandelt werde. Dass der Gesamtsieger nur 20.000 Schweizer Franken (etwa 18.400 Euro) bekomme, sei „nicht das Gelbe vom Ei“. Der Slalom-Sieger von Zagreb habe dagegen das Dreifache bekommen, weil „beim Alpinen eine ganz andere Industrie dahinterstecke“. Sprungski oder -anzüge würde dagegen niemand kaufen. „Wir Veranstalter befürworten eine Erhöhung des Preisgeldes.“ Aber entscheiden müssten das ÖSV und DSV.

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