Wieder Durchsuchungen
14.08.2019 Hier & Heute

Allgäuer Tierskandal: Razzia in weiteren Stallungen im Allgäu - dritter Großbetrieb im Fokus der Soko

Der Tierschutzskandal im Allgäu zieht immer größere Kreise: Nachdem die Staatsanwaltschaft Memmingen in der vergangenen Woche Ermittlungen gegen einen dritten Großbetrieb im Unterallgäu bestätigt hatte, liefen am Mittwochmorgen Hofdurchsuchungen in Bad Grönenbach und Dietmannsried.

Wie das Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West vermeldet, wurden drei Stallungen und Wohnungen durchsucht. Laut einem Sprecher waren rund 60 Beamte der Polizei, drei Staatsanwälte, zwei Veterinäre des Landratsamtes Unterallgäu und eine Amtstierärztin des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit im Einsatz.

Es wurden Unterlagen und elektronische Dateien sichergestellt, die über die Organisation, Aufgabenverteilung und weitere betriebsinterne Verantwortlichkeiten Aufklärung geben sollen.

Bei Kontrollen am vergangenen Samstag hatten Amtstierärzte bei dem Rinderhalter aus dem Unterallgäu "Feststellungen getroffen, die mit dem Tierwohl nicht vereinbar sind und möglicherweise strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnten", wie es in einer Mitteilung heißt. Das Memminger Amtsgericht ordnete daraufhin die Razzia wegen des Verdachts von Verstößen gegen Tierschutzvorschriften an. Es ist bereits der dritte Großbetrieb im Landkreis, der in den Fokus der Ermittler rückt.

Die Ermittlungen hat die Sonderkommission "Fundus" übernommen, die Ende Juli gegründet wurde, nachdem bei einem der größten Milchviehbetriebe Bayerns in Bad Grönenbach massive Verstöße gegen den Tierschutz aufgedeckt wurden. Der Verein „Soko Tierschutz“ hatte ein Video mit brutalen Aufnahmen veröffentlicht. Kühe werden darin von Mitarbeitern mit einer Eisenstange traktiert und an einem Traktor durch den Stall geschleift.

Der Fall hatte für großes Aufsehen in ganz Deutschland gesorgt. Wie es scheint, war dies aber nur die Spitze im Allgäuer Tierskandal, der immer weitere Kreise zieht.

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