Georg Groß
09.07.2018 Sport & Action

Allgäuer Senioren-Champion (79) sauer auf Verband: "Lasst mich weiter zur WM!"

Wetten, dass dieser Gold-Opa schneller zum Gipfel läuft als die allermeisten von uns? Drei Mal Berglauf-Weltmeister wurde Georg Groß (79) vom SVO Germaringen in den vergangenen zehn Jahren. Doch jetzt wird der fitte Senior von Funktionären ausgebremst. Weil er im November 80 Jahre alt wird, darf er bei internationalen Großereignissen in seiner Parade-Disziplin nicht mehr starten. Dafür hat das Allgäuer Original drei Worte übrig: "So ein Schmarrn!"

"Groß-artig", "Groß ist der Größte", "Ohne Groß nichts los." Immer wieder sorgte Georg Groß in den vergangenen Jahren für mehr oder weniger gelungene Schlagzeilen in den Allgäuer Medien.

Groß läuft trotz seines Alters beeindruckende Zeiten. 10 Kilometer schafft er in unter 50 Minuten. Für 5 Kilometer benötigte er beim Laufsporttag im April 2018 in Kempten sogar nur 23:24 Minuten.

Seine Lieblingsdisziplin ist freilich der Berglauf.

"Bergauf unterwegs zu sein, ist besser für meine Knochen, als auf Asphalt zu laufen", sagt er schmunzelnd. Jeden zweiten Tag rennt er rund um seine Marktoberdorfer Heimat über Stock und Stein. Sein Erfolgsgeheimnis: Langsam gibt's ned! 80 Prozent von seinem Wettkampf-Tempo gibt er jedes Mal.

Die Belohnung: Serienweise Podestplätze in seiner Altersklasse. Zuletzt bei der Senioren-WM in Slowenien. Als ältester von neun Teilnehmern in der AK 75 bis 79 Jahre erkämpfte er sich Bronze  gegen teils vier Jahre jüngere Rivalen. Im Team-Wettbewerb mit SVO-Kollegen Georg Fischer und Otto Hörmann (LG Allgäu) gab's sogar Gold!

Obwohl er die WM kerngesund überstand, muss er nun gezwungenermaßen Abschied von der großen internationalen Berglauf-Bühne nehmen. Im November feiert er  seinen 80. Geburtstag. Der Weltverband zieht Läufer ab diesem Alter aus dem Verkehr. "Einen vernünftigen Grund kann mir keiner nennen. Dass ich in Schuss bin, kann doch jeder sehen. Ich bin mein ganzes Leben gelaufen. Anstrengung macht mir nichts aus", sagt Groß, der seit Jahrzehnten auch fleißig Kräftigungs- und Dehnübungen macht.  

Der zähe Läufer (1,60 Meter, 60 Kilo) hätte seine tolle Karriere so gerne als Einzel-Weltmeister beendet.  Da das nicht möglich ist, denkt er nun über weitere Herausforderungen nach. "Vielleicht schwenk ich jetzt von Berglauf auf 5 oder 10 Kilometer Straßenlauf um. In diesen Disziplinen darf man auch über 80 Jahren an Weltmeisterschaften teilnehmen..."

Doch woher nimmt er überhaupt seinen Ehrgeiz? Als ihn einmal ein Altersgenosse auf seine nimmermüde Rennerei schräg ansprach, konterte Georg Groß trocken: "Du hockst beim Arzt, ich lauf durch den Wald!" 

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