Frühlingsgefühle
13.03.2019 Land & Leute

Allgäuer Hochzeitsplanerin Angelina: "Warum ich den schönsten Job der Welt habe."

Hochzeiten sind ihre Leidenschaft. Angelina Witherspoon-Nocker (30) ist Hochzeitsplanerin und Traurednerin im Allgäu. Kurz vor Beginn der Hochzeitsaison spricht die gebürtige Mauerstettnerin über aktuelle Trends, ihre Lieblingslocations - und weshalb das Allgäu auch bei vielen auswärtigen Paaren beliebt ist.

Spätestens ab dem Wonnemonat Mai wird es für viele Paare ernst. Welche Hochzeitstrends beobachtest Du im Allgäu? 

Angelina: Großes Thema bei meinen Paaren sind Vintage und Boho-Style mit viel Spitze. "Boho" leitet sich von Bohemian ab. Es geht um einen verspielten und zugleich lässigen Stil. Beide Trends stammen aus Amerika, passen aber super zu unserer Region. Sie lassen sich zum Beispiel ideal bei einer Scheunenhochzeit umsetzen. 

Was macht das Allgäu zu einem perfekten Hochzeitsort? 

Angelina: Die Berge und Hütten. Das höre ich von meinen Paaren immer wieder. Viele von ihnen kommen von auswärts. Häufig aus dem Stuttgarter Raum oder auch aus Großstädten wie Hamburg.  Sie schätzen die Rustikal-Romantik, die es bei uns noch gibt. 

Andererseits ist auf das Wetter nicht immer Verlass... 

Angelina: Klar. Aber das ist doch überall in Deutschland so. Wir leben nun mal nicht in Kalifornien. Nur einmal hatte ich bislang ein Paar, das traurig war, weil es an ihrem schönsten Tag regnete. Aber die Mienen haben sich schnell aufgehellt, als ich in meiner Rede die alte Weisheit zitiert hab, dass Regen am Hochzeitstag Geldsegen bedeutet. Der Stimmung hat das schlechte Wetter dann überhaupt nicht geschadet. Im Gegenteil: Alle sind zusammengerückt. 

Welche Locations gefallen Dir im Allgäu besonders gut? 

Angelina: Da haben wir eine ganze Reihe. Spontan fallen mir ein Michlhof (Kempten), Gauklerhof (Waltenhofen), Berghof Riesen am Grünten (Rettenberg) oder das Schloß Zu Hopferau im Ostallgäu.  

Wie wurdest Du Hochzeitsplanerin? 

Angelina: Ein Stück weit war meine eigene Hochzeit Auslöser. Mir hat die Vorbereitung wahnsinnig viel Spaß gemacht. Nicht nur das Planen, sondern auch das Gestalten. Für die Deko habe ich zum Beispiel Nachmittage lang Sektgläser mit Goldstaub besprüht. Wir hatten dann ein wunderschönes und entspanntes Sommerfest. Mit Gospelchor und allem drum und dran. Danach haben mir Freunde gesagt, sie könnten sich sehr gut vorstellen, dass ich das öfter mache. Und ich dachte: Eigentlich haben sie Recht. Wenig später habe ich einen IHK-Kurs zur Hochzeitsplanerin gemacht. 

Du bietest auch freie Trauungen an. Gab's da auch eine spezielle Schulung?  

Angelina: Nein. Reden kann ich einfach. Das weiß jeder, der mich kennt (lacht). Aber mindestens genauso wichtig ist das Zuhören. Ich versuche mich reinzuspüren in die Geschichte eines Paares und verfasse dann eine ganz persönliche Rede. Das macht mir große Freude. Glückliche Paare und glückliche Gäste: Das liebe ich.  

Du startest heuer in Deine vierte "Hochzeitssaison". Wann beginnt sie?

Angelina: Die erste Hochzeit ist am 4. Mai. Danach bin ich bis Oktober jedes Wochenende gebucht. Meistens werden die Paare über meine Homepage GypsyGalWeddings auf mich aufmerksam. Mir liegen schon die ersten Buchungen für 2020 vor. 

Viele träumen davon, sich selbstständig zu machen. Was ist Dein Geheimrezept?

Angelina: Ich schätze, die Leute spüren, dass ich 100 Prozent mache, was ich auch bin. Ich habe mal ein paar Monate bei einer Investmentbank gearbeitet. Das hat nicht funktioniert. Auf beiden Seiten. Als Hochzeitsplanerin habe ich mein berufliches Glück gefunden.  

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