Allgäuer Vollblutmusiker
14.12.2018 Sehen & Hören

Allgäuer Blasmusik-Special II: Der "Alpenmafia"-Geggo rockt weiter

Geggo Stechele Blasmusikausgabe
70 Auftritte pro Jahr mit der Band, dazu 20 mit der heimischen Blaskapelle – dieses frühere Pensum braucht Georg Stechele heutzutage nicht mehr. Aber „Geggo“, wie ihn alle nennen, will auch mit seinen 51 Jahren weder das wilde Tourleben mit der „Alpenmafia“ noch das Musizieren beim Musikverein seines Heimatortes Ingenried bei Kaufbeuren missen. Die Allgäuer Zeitung widmet unseren Musikern am Wochenende einen Sonderteil und stellt Dir Geggo vor - ein echtes Allgäuer Original!

Stechele ist ein Vollblutmusiker durch und durch, wie er gerne bestätigt. Der Grundstein dafür sei sicherlich in der Familie gelegt worden. Mit dem Eintritt in die örtliche Musikkapelle wurde die Posaune forciert, und ein „wirklich guter“ Musiklehrer habe ihn damals „geschliffen“, aber auch endgültig für die Blasmusik begeistert. Doch schon in jungen Jahren habe es da noch einen anderen Gedanken in Stecheles Kopf gegeben: „Ich muss eine Band haben!“

Eine USA-Reise von Musikern aus der Gemeinde gab 1990 endgültig den Ausschlag. Damals in Amerika entdeckten Stechele und einige Musikerkameraden ihre Entertainer-Qualitäten. Sie gründeten die „Eisbachbuabe“ und spielten auf „gefühlten 1.000 Hochzeiten“. Stimmungs- und Partymusik mit witzigen Ansagen und Einlagen – das stieß nicht bei allen Musikerkollegen auf Zustimmung. „Aber der Musikverein war sicher ein Sprungbrett für uns“, glaubt Stechele, und solche Combos hätten dazu beigetragen, dass Blasmusik und Spaß auch in den Musikkapellen wieder näher zusammengekommen sind.

Was Blasmusik nicht ausmacht, zeigen Dir die AZ-Redakteure... ;-)

Aus den „Eisbachbuabe“ wird die „Alpenmafia“

Anfang der 2000er-Jahre, gerade als „Blechmusik“ und Tracht bei den Jungen wieder cool wurden, „haben wir die Lederhosen ausgezogen“, berichtet Stechele schmunzelnd. Aus den „Eisbachbuabe“ wurde die „Alpenmafia“. Doch das tat dem Erfolg der Band keinen Abbruch – im Gegenteil. Umjubelte Auftritte in riesigen Zelten und Hallen in der Region, aber auch im Stuttgarter Raum und bis hinein ins Ruhrgebiet und an die Nordsee folgten. „Das war schon eine affengeile Zeit“, schwärmt Stechele.

Inzwischen haben die „Alpenmafia“-Mitglieder ihr Auftrittspensum etwas heruntergefahren, „aber es reicht immer noch“. Schließlich gelte auch und gerade im Partymusik-Bereich: ohne Fleiß kein Preis. Intensive Probephase stehen immer wieder an. Schließlich muss auf der Show-Bühne nicht nur musikalisch, sondern auch choreografisch alles passen.

Landwirt, Posaunist, E-Bassist, fünffacher Papa

Dazu kommen Proben und Auftritte mit der Ingenrieder Blaskapelle, der Stechele auch in den Hochphasen der „Alpenmafia“ immer treu geblieben ist. Seit drei Jahren ist er sogar Vorsitzender des Musikvereins. „Die Musikproben sind für mich ein Ruhepol, da muss ich einfach machen, was der Dirigent sagt“, erklärt der Posaunist und E-Bassist, der im Übrigen – wie alle seine Bandkollegen – nie Berufsmusiker war.

Der gelernte Landwirt Stechele verdiente als Gemeindearbeiter sein Geld und bewirtschaftet nach wie vor den elterlichen Hof, den er auf Biogas-Erzeugung umgestellt hat. Und wie bringt man das alles unter einen Hut, zumal wenn man noch fünffacher Vater ist? „Meine Frau war ein echter Glücksgriff. Ohne die wäre das alles überhaupt nicht gegangen.“

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